Fahrt ins Pustertal

 

Am 24. April fuhren wir nach Südtirol, um einige religiöse Kultplätze aufzusuchen, die wir bisher nur aus der Literatur kannten. Wir entschieden uns für die kürzeste Strecke, die uns über Karlsruhe nach Ulm führte. Von dort aus ging es über die A7 bis Pfronten und ab dort auf der Landstrasse über den Fernpass. Bei Telfs erreichten wir die Inntalautobahn und fuhren, wie es in Österreich seit kurzem Pflicht ist, mit Licht und "Pickerl" Richtung Brenner. Das Pickerl kostet für 10 Tage 7,60 € und die Autobahngebühr über den Brenner weitere 8 € pro Richtung. Bei der Ausfahrt in Brixen wurden für den italienischen Staat noch einmal 2.80 € fällig. Nach 8 Std. Fahrt und 628 km kamen wir in unserem Hotel, dem Berggasthof der Familie Wolfsgruber in Amaten bei Bruneck, an. Wir hatten ein Zimmer im 1.Stock gebucht, damit unser alter Hund und sein Herr nicht so viele Treppen steigen mussten. Das billigste Zimmer des Hotels kann man jedoch niemandem weiter empfehlen.

Wir hatten Glück im Unglück, denn im Hotel entstand ein Wasserschaden, und man wollte uns in einem Appartement im 2.Stock unterbringen. Mein Hinweis auf die vielen Stufen bescherte uns schließlich eine Wohnung im Parterre. Sollten wir wieder einmal diese Gegend besuchen, werden wir uns um diese Wohnung bemühen. Das Hotel mit angeschlossenem Bauernhof hat eine einmalige Gebirgslage mit schönem Ausblick auf die unterhalb liegende Stadt Bruneck und die näheren Dolomiten.

Das Essen, wir hatten Halbpension, war reichlich und hat uns ohne Ausnahme immer sehr gut geschmeckt. Man konnte zwischen 2 Vor- und 2 Hauptspeisen wählen. Die Richtung war eine Mischung aus Tiroler und Italienischer Küche. Das Essen konnte nur abends eingenommen werden. Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir aßen unsere Teller immer leer, nahmen aber kein einziges Gramm zu. Das Haus wird von 3 Frauen geführt, der Mutter und ihren 2 Töchtern. Vater und Sohn kümmern sich um die Technik, den Stall und die Außenanlagen. http://www.amaten.it Hauptsaison ist vor allem im Winter.

Am 2.Tag war in Italien Staatsfeiertag. Wir waren mit Dr. J. Huber aus Wielenberg verabredet, den ich im Internet kennen gelernt hatte, und mit dem ich mich schon seit längerer Zeit über die Kelten und die bekannten "Drei Jungfrauen" per e-mail austauschte. Es sind nur ein paar Kilometer bis nach Wielenberg, welches eine Fraktion von Percha ist. An der Pfarrkirche zu Percha befindet sich ein unbeschrifteter Stein, der angeblich den Römern als Meilenstein gedient haben soll. Es braucht nicht viel dazu, um zu erkennen, dass in dieser mythologischen Landschaft der Stein auch eine andere Funktion gehabt haben könnte. Der Name Percha wird im Allgemeinen mit "Bergbach" übersetzt, doch die Namensgleichheit mit der Göttin Perachta, die auch als Percht, Borbet oder Frau Holle bekannt ist, ist augenfällig. Ähnlich verhält es sich mit der Mondgöttin Wilbet und dem Ortsnamen Wielenberg, in dessen Kirche die "Drei Jungfrauen" verehrt werden.

  

Stein an der Kirche in Percha

 

                                                                                            

 

 

                                                                                            Platten O Erdpyramiden

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                                                                                     Amaten O---|                  Kräuterhof "Hauser"

                                                                                                          |          | O Wielenberg

                                                                             Bruneck               |          |

                                                 Brixen ------------------------O---------O-------|----------O------à Toblach

                                                                Pustertal                       Percha               Olang

 

 

Die "Drei Jungfrauen" von Wielenberg

 

                                                                  Fahne                                     Empore                                 Altarbild

Herr Huber zeigte uns das Wielenberger Kirchlein, welches mehrmals die "Drei Jungfrauen" beherbergt. Hier begegnen sie uns mit der Bezeichnung Glaube, Hoffnung und Liebe.

Diese Namen sollten auch für die 3 Meranser Jungfrauen im 17.Jhd. eingeführt werden. Das Volk ließ sich die Namensänderung jedoch nicht gefallen und somit heißen die Meranser Jungfrauen auch noch heute Aubet, Cubet und Quere. Die Wielenberger Jungfrauen befinden sich seit dem 19.Jhd. auf dem Altarbild. Damals wurde der Altar erneuert; ob es vorher eine andere Darstellung gab, ist nicht bekannt. Jedoch ist eine ältere Darstellung der "Drei heiligen Jungfrauen" auf der Empore zu sehen. In einem Fahnenschrank wird eine weitere, sich auf einer Fahne befindliche Jungfrauengruppe aufbewahrt. Hans Christoph Schöll schreibt in seinem Buch "Die drei Ewigen" über Wielenberg:

Weiter aufwärts im Pustertal, östlich von Bruneck, trifft man auf das stattliche Dorf Percha, und zu diesem gehört als Filiale Wielenberg, wo sich gleichfalls eine Kultstätte der hl. drei Jungfrauen befindet. In dem Kirchlein, welches Johannes dem Täufer und St. Kolumban geweiht ist, steht hinter dem Hochaltar geschrieben: "Im 11. Jahrhundert wird hier eine geweihte Kapelle genannt. Sie wurde grösstenteils neu erbaut 1529 und renoviert 1874-1898." Das Hochaltarbild zeigt die hl. drei Jungfrauen. Über ihnen eine Mutter Gottes, darunter gleichsam von Christus mit der Fahne geführt, die drei Jungfrauen mit Krone, Nimbus und Lilien tragend. Die Mäntel sind lila, grün und blau, ebenso die Gewänder verschiedenfarbig. Die Außenseite der Orgelempore trägt das Bild der personifizierten drei christlichen Haupttugenden, drei Frauengestalten mit Palmen und mit den Attributen von Glaube, Liebe und Hoffnung, was wieder auf die Vermischung der hl. drei Jungfrauen mit Spes, Fides und Caritas hindeutet.

 

    Der Kräuterhof "Hauser"

             

 

 

Dr. Huber betreibt mit seiner Frau in Wielenberg einen Kräuterhof, auf dem über 80 verschiedene Kräuter angebaut werden. Der Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen steht in alter Südtiroler Tradition.

Die Lage des typischen Pustertaler Bergbauernhofes auf einem sonnigen Hochplateau bietet gute klimatische Verhältnisse. Sämtliche Produkte werden auf kontrolliert biologischer Basis erzeugt und großteils direkt ab Hof verkauft. Zu den Kräuterspezialitäten gehören Tees, Teemischungen, ätherische Öle, Kräuterschnäpse und Kräuterkosmetik. Im Juli und August kann man bei der Herstellung von ätherischen Ölen (Wasserdampfdestillation) zuschauen.

Der Hof ist ein Ort zum Meditieren und Innehalten, ein Platz der Spiritualität und der Beschaulichkeit. Neben dem Kräutergarten gibt es einen Kinderspielplatz, einen Kleintiergarten, einen Märchenschuppen mit Hexen und Waldgeistern sowie einen etwa 800 Meter langen Kräutererlebnispfad mit Steinpendel, Aussichtsturm und Dendrophon aus Lärchenholz. Der Respekt vor dem Wunder der Schöpfung gehört auf dem Kräuterhof zur Betriebsphilosophie. Dieser Leitgedanke begegnet dem Besucher in Poesie, Natur und Geschichte.

 

 Ein Kultstein mit 5 Löchern

Herr Huber, der einige Kultplätze in der näheren Umgebung kennt, führte uns zu einem Kultstein, dessen Bedeutung noch von den Archäologen des Landesdenkmalamtes untersucht wird. Hier faszinieren die Größe, die Form und die Lage. Vor allem aber muss man den fünf bis zu 14 cm tiefen Löchern Beachtung schenken. Fachleute gehen von einem Altar- oder Kalenderstein aus. Interessant ist auch die Umgebung des Steines, wobei die Fluren keltische Namen aufweisen. Es scheint, als führe eine Art "Prozessionsweg" zu einem Heiligtum, denn der Weg weist mitten im Wald immer wieder Gemäuer, Einfassungen und Pflasterungen auf. In der Nähe des Steines befindet sich eine halbmondförmige Terrasse, die in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle spielen könnte. Verschiedentlich wurden schon Artefakte im Boden gefunden und geborgen. Man darf gespannt sein, was das Landesdenkmalamt herausfindet.

 

Südtiroler Volkskundemuseum

 

Am nächsten Tag besuchten wir das Südtiroler Volkskundemuseum in Dietenheim. Von Percha kommend befindet es sich an der Ausfahrt Bruneck Ost. Das Museum besteht aus einem ehemaligen "Mairhof", zwei Museumsgebäuden und einem Freilichtmuseum. In den Häusern findet man voll eingerichtete Barockstuben mit viel Hausrat und Handwerksgerät, eine Hauskapelle mit sehr wertvollen Gemälden sowie auch voll eingerichtete Vorratskeller. Sehenswert ist auch eine wertvolle Sammlung alter Zithern. Als Sammler von alten Volksmusikinstrumenten interessierten mich vor allen Dingen die Scheithölzer, eine Art Vorläufer der Zithern. Die Außenanlage besteht aus etwa 30 Häusern mit Mühlen, Scheuern, Backofen etc.. Ein Gasthaus sowie ein Souvenirshop gehören ebenfalls zur Anlage.

 

 

Meransen

    

 

Der vierte Tag führte uns nach Meransen, von dem wir schon so viel gehört und gelesen hatten. Man benutzt von der SS49 die Abfahrt durch Rauschenbach nach Meransen.Vor der Kirche weist schon ein neu geschaffener Brunnen mit einer "Drei-Jungfrauenskulptur" auf das zu Erwartende hin. Auch das neben der Kirche liegende Gasthaus zeigt mit moderner Lüftlmalerei, dass die Jungfrauen dem ganzen Dorf gehören. In der über 750 Jahre alten Kirche stehen am rechten Seitenaltar die "Drei Jungfrauen" mit den seltsamen Namen. Unser Besuch war nicht gerade passend, denn die Kirche wurde gerade für den "Weißen Sonntag" geschmückt. Wir beschränkten uns auf die ausliegende Broschüre und machten lediglich ein Foto vom Altar mit den heiligen drei Jungfrauen Aubet, Cubet und Quere. Es besteht noch die Möglichkeit die sog. "Jungfrauenrast" per pedes aufzusuchen.

 

Klerant

 Wir fuhren weiter nach Klerant ins Eisacktal, um auch dort die "Drei heiligen Jungfrauen" in der St. Nikolauskirche zu besuchen. Man fährt über die Staatsstraße SS12, die am berühmten Kloster Neustift vorbeiführt, nach Brixen hinein. Von dort geht es links nach St. Andrä den Berg hinauf. Vor St. Andrä weist ein kleines Schild nach rechts den Weg nach Klerant. Die Kirche, dem hl. Nikolaus geweiht, ist reichhaltig mit Fresken aus dem 15.Jahrhundert ausgestattet. Über dem Chor auf der rechten Seite befinden sich die "Drei heiligen Jungfrauen".

 

 Luns und St.Georgen

Herr Huber führte uns nach Luns, um uns dort die Schalensteine zu zeigen. Der kleine Weiler liegt östlich von Percha. Die Bedeutung der vielen kleinen Schälchen, welche sich hier auf mehreren Steinen befinden, ist bisher von der Wissenschaft nicht restlos erforscht. Mancher meint, es seien Löcher, die zum Zeitvertreib von Hütebuben in den Stein getrieben wurden, um dann als Spiel zu dienen. Auf der anderen Seite gibt es auch Schalensteine, an deren Standort nachweislich kein Weidevieh gehütet wurde.

Der nächste Besuch galt dem Dörfchen St. Georgen bei Bruneck. Hier liegt eine kräftige, ca. 2m² große Steinplatte vor der Kirche. Diese Platte soll beim "Thing" als Tisch gedient haben. Leider ist kein Hinweisschild darauf zu finden. Die alte, schön ausgestattete Kirche steht inmitten des Friedhofes mit den typischen schmiedeeisernen Grabkreuzen. Am Eingang der Kirche ist ein Mühlespiel in den Boden eingeritzt.

                                                                                                   

                                            

 

 

 Erdpyramiden

                                  

Des Weiteren besuchten wir die Erdpyramiden bei Platten. Der Weg führt von Percha über Oberwielenbach hinauf. Ausgehend vom Busparkplatz beträgt die Gehzeit ca. 25 Minuten. Die Erdpyramiden sind ein einmaliges Naturdenkmal und für jeden Besucher ein absolutes Muss.

 

Der Anastasienberg

Im nahe gelegenen Oberrasen lernten wir den Anastasienberg kennen. Dieser Berg wird zwar in einer Urkunde des 13. Jahrhunderts als Anastasienberg bezeichnet, jedoch ist dieser Name in der Bevölkerung nicht bekannt. Es ranken sich einige Geheimnisse um den Berg. Eine Sage, die man sich hier erzählt, ist eine typische Jungfrauensage. Dabei geht es meistens um Schenkungen der Jungfrauen an die Bevölkerung. In den Tiroler Sagen sind es die sog. "Saligen", die großzügige Geschenke machen. Im Übrigen ist "Saligen" ein altes Wort, welches schon in der Übergangszeit vom Germanen- zum Christentum bekannt war. Da ist die Rede von einem Schatz oder von großen schwarzen Hunden, die den Schatz und die Jungfrauen bewachen. Frau Huber, die aus Oberrasen stammt, erzählte folgendes:

Beim Burgfrieder ging man am Heiligen Abend zur Mitternachtsmesse. Die arme Dirn blieb allein zurück und musste das Haus hüten. Plötzlich klopfte es ans Tor. Die Dirn öffnete, und draußen stand ein großer, schwarzer Hund mit feurigen Augen, die in die Nacht hinein leuchteten. Der Hund trug einen goldenen Schlüssel im Maul und bedeutete der Dirn, sie möge mit ihm gehen. Die Frau aber bekam es mit der Angst zu tun und zog sich schlotternd in die warme Stube zurück. Der Hund mit dem goldenen Schlüssel verschwand daraufhin im Dunkel der Heiligen Nacht. Wäre die Dirn mitgegangen, hätte sie der Hund zu einem Ort mit einem wertvollen Schatz geführt. So aber musste sie bis zu ihrem Tode ein ärmliches Leben fristen. Der Hund mit dem goldenen Schlüssel soll angeblich nur alle 100 Jahre wiederkehren.

Die heilige Anastasia, deren Gedenktag am 25. Dezember ist, wurde mit ihren 3 Mägden eingesperrt und später mit 200 Jungfrauen auf eine Insel verbannt. Im Mittelalter war Anastasia eine der am meisten verehrten Heiligen. Herr Huber meint zu Anastasia:

Die heilige Anastasia ist eine äußerst interessante Figur und zeigt einmal mehr, auf welch tönernen Füßen die sog. "christlichen Legenden" stehen. Geradezu sensationell sind ja die drei schönen Mägde (Jungfrauen und Schwestern) von Anastasia, Agape, Chionia und Irene. Alle drei sind eindeutig "heidnischen" Ursprungs und wurden später als christliche Heilige kanonisiert. Agape bedeutet "Liebesmahl" und war ursprünglich die erste der drei Horen der griechischen Göttin Aphrodite; die beiden anderen Horen waren, man höre und staune, Chione und Irene. Das Liebesmahl selbst soll ursprünglich der Ritus der sexuellen Kommunion gewesen sein. Er wurde in den Tempeln der Aphrodite praktiziert. Auch einige frühchristliche Sekten praktizierten diese Art der "spirituellen Hochzeit", bis im 7. Jahrhundert die Agapefeier von der Kirche als häretisch erklärt und verboten wurde. Chione ist in der griechischen Mythologie die "Schneekönigin". Sie ist die jungfäuliche und unantastbare Göttin der Berge. Es wird vermutet, dass die Figur der Chione als Vorbild für die spätere Figur der Eiskönigin aus der europäischen Märchenwelt diente. Ich gehe eine Wette ein, dass Agape, Chione und Irene nichts anderes sind als unsere drei Jungfrauen. Dieses Phänomen scheint ja damals geradezu Welt umspannend gewesen zu sein.

 

Maria Saalen

 

Eine schwarze Madonna mit einem schwarzen Jesuskind im Arm steht in der Wallfahrtskirche von Maria Saalen bei St. Lorenzen am Eingang des Gadertales. In St. Lorenzen, ehemals Sebatum, wurden mehrere prähistorische Funde gemacht. Zur Zeit der Römer war es ein bedeutender Ort, darum stammen die meisten Funde aus dieser Zeit. Maria Saalen wird um 1300 als "Weiler Sele" erstmals genannt. Um die schwarzen Madonnen ranken sich etliche Wunder und Mythen. Bis heute ist die Katholische Kirche in Erklärungsnot.

Die Legende erzählt, dass man das Gnadenbild der "Schwarzen Muttergottes von Loreto" (17. Jhd.) in einem Acker gefunden habe und ursprünglich im Tal aufstellen wollte, doch das Bild flog nachts immer wieder an seinen heutigen Platz in der Kirche zurück.

Im Allgemeinen wird die schwarze Madonna für die Erdmutter gehalten. Im Zuge der Christianisierung wurde diese Rolle der Heiligen Maria zugeschrieben.

 

Diözesanenmuseum Brixen

Am letzten Tag besuchten wir mit Dr. Huber das Diözesanenmuseum in Brixen. Das Museum enthält sakrale Kunst, den Domschatz von Brixen und eine Krippenausstellung. Die gezeigten Bilder und Figuren der alten Tiroler Meister sind von hoher Qualität. Die Sammlung ist reich an romanischen Kruzifixen und Madonnen, Bildern und gotischen Figuren.

                             

St.Katharina, St.Maria, St.Barbara           Torso der Hl.Kümmernis

In erster Linie waren wir auf der Suche nach der heiligen Kümmernis - eine Heilige, die es nie gegeben hat. Ursprünglich hatte diese Heilige in der Kümmerniskapelle der Lamprechtsburg gegenüber von Wielenberg ihren Platz.

Ernie Kutter schreibt in einem ihrer Bücher, dass diese weibliche Kruzifixfigur nun im Diözesanenmuseum von Brixen aufbewahrt wird. Die Aufsicht des Museums konnte uns darüber keine Auskunft geben. Wir entdeckten schnell die Kümmernis, oder besser gesagt, die Reste davon. Üblicherweise wurden die Hände der Kümmernis nicht an das Kreuz genagelt, sondern gebunden. Leider ist nur der Torso der Volksheiligen ausgestellt, sodass man auch das typische Kleid nicht vorfindet. Trotzdem lässt sich, auf Grund der Haartracht und der Hüftpartie, ein weiblicher Korpus ausmachen. Häufig wurden weibliche Attribute an den Kümmernisfiguren nachträglich montiert, wenn an der bärtigen Christusfigur eine "Geschlechtsumwandlung" vollzogen wurde. Die heilige Kümmernis wird in manchen Gegenden auch Maria Kümmernis genannt. Das Museum ist absolut sehenswert.

 

30.April 2006

 Zu Walpurgis tobten sich die Pustertaler Hexen wieder einmal so richtig aus. Am Morgen lagen etwa 30 cm Neuschnee. Am 1. Mai fuhren wir, diesmal über das Inntaldreieck und München, nach Hause zurück. Diese Strecke ist zwar etwas weiter, jedoch eine Stunde schneller und bequemer als über den Fernpass. Ich habe das Gefühl, es war nicht unsere letzte Fahrt dorthin. Es gibt noch mehr zu entdecken. Ein Spruch am Kräuterhof "Hauser" sagt: "Mag auch alles erforscht sein, die Natur offenbart uns immer neue Geheimnisse". Meine Frau und ich sind Herrn Dr. Huber zu Dank verpflichtet. Mehr Fotos gibt es hier.